03. bis 05. September 2026 Vor drei Jahren war Le Havre für uns nur ein kurzer Zwischenstopp, den wir von Honfleur aus angesteuert hatten, um mit der Gezeit am nächsten Tag nach Fécamp segeln zu können. Damals hatte uns die Stadt auf den ersten Blick nicht besonders gefallen, aber wir wollten ja sowieso schnell weiter. Dieses Mal werden wir wohl mindestens zwei Tage bleiben, wetter- und erkältungsbedingt, und daher auch einen genaueren Blick darauf werfen.
Le Havre ist vor allem für seinen riesigen Seehafen und die moderne Nachkriegsarchitektur bekannt, die zum UNESCO-Weltkulturerbe gehört. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt im Bombenhagel fast völlig zerstört. Der Architekt Auguste Perret baute das Zentrum zwischen 1945 und 1954 komplett neu auf (Quartier Perret). Er nutzte vor allem helle Fertigteil-Strukturen aus Beton. Aufgrund dieses städtebaulichen  Konzepts gehört das Zentrum seit 2005 zum Weltkulturerbe.

Der Beton ist inzwischen natürlich nicht mehr taufrisch, vielen Gebäuden sieht man ihr Alter durchaus an. Trotzdem gefällt uns die Homogenität der Architektur und die Klarheit der Straßenzüge, Heike gefallen besonders die zweistöckigen Gebäude mit den Kolonnaden, in denen im oberen Teil Wohnungen, zum Teil mit Balkon, und im Erdgeschoss Geschäfte unterbracht sind. Es ist ein stimmiges und seltsamerweise (trotz Beton) auch wohnliches Gesamtbild, das uns wirklich fasziniert. Wir schlendern entspannt eine ganze Weile in der Innenstadt herum und sind unter den Kolonnaden auch gegen den immer wieder einsetzenden Regen ganz gut geschützt.

Neben der Stadterkundung nutzen wir die Zeit unter anderem auch für einen Besuch im „Musée d’art moderne André Malraux“, kurz Muma. Den Tipp haben wir netterweise von der Karl-Crew bekommen, dort läuft noch bis 27. September die Ausstellung „Monet in Le Havre“. Die Ausstellung gefällt uns ausgesprochen gut, auch weil Zeichnungen und Karikaturen von Monet gezeigt werden, die wir bisher in anderen Ausstellungen nicht gesehen hatten. Zudem werden auch einige Bilder von Eugène Boudin gezeigt, der der prägende Lehrmeister und Mentor von Claude Monet war und Monet im Jahr 1856 in Le Havre (Normandie) in die Freilichtmalerei einführte.

Wir werfen auch einen Blick in und auf die katholische Kirche St.-Joseph, die man schon von weitem sieht, wenn man auf Le Havre vom Wasser aus zufährt. Auch mit ihrer Erbauung wurde Auguste Perret beauftragt und sie dient bis heute auch als ein Mahnmal des Gedenkens an den zweiten Weltkrieg.

Und beim Stadtbummeln kommen wir auch an der Kathedrale Notre Dame Le Havre vorbei, eines der wenigen Gebäude der Stadt, die die Bombenangriffe des Zweiten Weltkriegs überstanden haben.

Innenraum Cathédrale Notre-Dame du Havre
Catène de Container, eine Skulptur aus Schiffscontainern  in der Nähe der Einfahrt zum Hafen

Wahrscheinlich geht es dann am Sonntag weiter nach Fécamp.

Hafentage in Le Havre