02. September 2026 Wir sind beide erkältungstechnisch etwas angeschlagen…daher hatten wir eigentlich vor, heute nur „um die Ecke“ nach Saint-Vaast-La Hougue zu fahren. Der Hafen hat uns vor drei Jahren sehr gut gefallen, auch wenn es immer etwas spannend ist, nur zu bestimmten Zeiten in einen Hafen ein- oder ausfahren zu können, weil der Bereich um den Hafen herum bei Niedrigwasser trocken fällt. Man liegt aber dort sehr ruhig und das kleine Städtchen hat sehr viel Charme und eine tolle Atmosphäre zu bieten.
Aber es kommt ganz anders. Wir starten um 7:30 Uhr morgens und erwarten, bis Barfleur noch etwas Gegenstrom zu haben und sehr wenig Wind.






Stattdessen können wir sehr bald die Segel setzen und werden fast von Anfang an von der Tide geschoben…wir „zischen“ über viele Meilen mit 8 bis 11 Knoten, bedingt durch die starke Strömung um das Cap de la Hague herum und die günstige Windrichtung und -stärke.

Wir kommen so schnell voran, dass wir uns spontan überlegen, direkt nach Le Havre durchzufahren. Zur Sicherheit rechnet Tom alles nochmal durch und schnell ist klar, dass wir selbst bei eventuell viel Gegenstrom auf der zweiten Hälfte der Strecke noch im Hellen in Le Havre ankommen werden, geschätzt so gegen 21:00 Uhr. Daher checken wir kurz, ob unsere Segellust und die Kräfte das hergeben, aber das schnelle Segeln – nur mit sehr wenig Lage – macht uns so viel Spaß, dass die Entscheidung schnell gefallen ist.
Und so wird aus einem Segeltag, der mit 4-5 Segelstunden geplant war, ein langer, aber trotzdem insgesamt recht entspannter Segeltag mit dem großen Vorteil, dass wir eine der größeren Etappen der Rückreise damit schon geschafft haben. Wir erreichen einen Schnitt von 6 Knoten (sensationell für uns ;)) und können ungefähr drei Viertel der Strecke unter Segeln zurücklegen, das hatten wir auch schon lange nicht mehr, gut für unser Motorstundenkonto. Gegen Ende der Etappe zeigen sich in einiger Entfernung sogar noch mal Delfine, eine ganze Schule ist es, das letzte Mal hatten wir bei Roscoff welche gesehen….und diese Sichtung dürfte wohl so ziemlich die letzte für diese Reise gewesen sein.



Leider haben wir auf dem letzten Viertel der Strecke nur noch sehr wenig Wind und müssen die Maschine laufen lassen, was aber wiederum den Vorteil hat, dass Heike ohne viel Geschaukel oder Lage unten im Schiff schon das Abendessen vorbereiten kann, Schafskäsecreme, geröstetes Weißbrot und einen kleinen Salat. Um 19:30 Uhr kommen wir, ziemlich müde, aber auch sehr zufrieden mit unserer Entscheidung, nach 12 Stunden und 72 Seemeilen in einer schon ziemlich leeren Marina in Le Havre an und genießen unser Abendessen in der letzten Abendsonne.






Für die nächsten beiden Tage ist erstmal wieder zuviel Wind angesagt, evtl. geht es am Sonntag weiter Richtung Fécamp.
