Los ging es am Montag um 10:00 Uhr, zunächst bei sonnigem, aber kühlen Wetter, noch in der Hafeneinfahrt setzen wir das Großsegel im zweiten Reff….nach ca. 50 Seemeilen legen wir gegen 18 Uhr in der Boulogne Marina an. Auf den bisherigen Streckenabschnitten hatten wir sehr leichte Winde, entsprechend auch häufig nur langsame Fahrt und sanftes Schaukeln. Die Fahrt nach Boulogne-sur-Mer war besonders im ersten Teil der totale Kontrast dazu. Durch den starken Wind am Vortag stand noch eine deutliche Welle und bei Windstärke 4, in Böen 5 wurden wir bis fast zum Cap Gris-Nez ganz ordentlich von bis zu zwei Meter hohen Wellen von der Seite durchgeschaukelt, das fühlte sich erstmal ziemlich ruppig an, wir müssen uns erst wieder daran gewöhnen. Besonders unter Deck zu gehen ist unter solchen Bedingungen herausfordernd. Dafür liefen wir zeitweise mit bis zu 8 Knoten über Grund und kamen gut voran. Etwas Nieselregen war über den Tag auch dabei, die Sonne versteckte sich relativ bald hinter grauen Wolken, sodass wir bei 8° Celsius durchgefroren in das Hafengebiet einfahren.
Zu dieser Jahreszeit ist der Hafen ist noch wenig besetzt, bei der Anfahrt zu den Stegen winkt uns gleich ein Hafenmeister, weist uns einen Platz zu und nimmt unsere Leinen an….da wir die Erfahrungen der letzten Bretagnetour noch gut erinnern, sind wir darauf vorbereitet, dass im Hafen zusätzlich zum Wind die Strömung das Anlegen erschweren kann und so gelingt alles auf Anhieb.
Schnell sind die Leinen fest und wir verziehen uns mit dem wohlverdienten Anlegerbier ins Bootsinnere, wo uns der Heizlüfter wieder „auftaut“. Zum Abendessen gibt es die am Vortag von Heike vorbereitete Gemüsesuppe, die uns von innen wärmt.




Gefühlt sind wir mit der Einfahrt in diesen Hafen erst richtig in Frankreich angekommen. Es riecht deutlich anders, nach Meer und Fisch und Seewind, das Licht der Sonne hat eine andere Qualität, die Stadt selbst ist keine „Schönheit“, hat aber den typischen „französischen“ Charme. Wir freuen uns sehr, wieder hier zu sein. Auf den Balken der Mole brüten hunderte von Möwen, sie haben sich fast wie abgemessen in gleichmäßigen Abständen verteilt, von weitem wirken sie wie kleine weiße Perlchen auf dem modrigen und zum Teil bewachsenen Holz.



Ihr Geschrei begrüßt uns bei der Einfahrt in den Hafen und wird uns auch in den nächsten Tagen begleiten.
Erwartungsgemäß werden wir ab hier in jedem Hafen mehr oder weniger „durchgeschaukelt“ werden, durch die Gezeiten und den vom Meer einlaufenden Schwell bleibt Mariana ständig in Bewegung, die Fender „gacksen“ wenn sie an den Steg gedrückt werden und die Leinen rucken mehr oder weniger stark in den Klampen. In den größeren Häfen hört man auch nachts oft die starken Motoren der Fischerboote, die ein -und ausfahren. Man kann häufig direkt am Hafen frischen Fisch kaufen…das werden wir sicher auch in den nächsten Tag tun. Sicher gibt es auch hier die leckeren Moules Frites, die wir am Sonntag Abend schon in Dünkirchen genießen durften….

Wir richten uns auf einen Aufenthalt von ca. 2-3 Tagen hier ein, bis Windstärke und -Richtung es wieder erlauben, weiter in Richtung Dieppe zu segeln.

I would LOVE to join you for mussels and ‘frites’
Hi Heidi, we would love to share mussels and frites with you, as soon as possible