Freitag 8. Mai bis Samstag 9. Mai
Am Anfang wollen wir einige lange Schläge (Fachjargon für längere Strecken mit dem Segelboot ohne Hafenaufenthalt) machen. Natürlich nur, wenn Wind und Wetter passen. Nun war die Wettervorhersage perfekt dafür und wir hatten planmäßig unseren Langstreckenmatrosen an Bord.
Also sind wir am Freitag Morgen aufgebrochen, um etwa 100sm nach Dünkirchen zu segeln. Geplante Zeit dafür waren ca. 25 Stunden.
Der Wind hatte eine sehr moderate Stärke (3Bft). Das ist eigentlich sehr schön, es gibt kaum Welle und man kann entspannt segeln. Nur nicht wenn er wie bei uns genau von hinten kommt. Dann wird es sehr langsam, und das Schiff schaukelt. Aber wir hatten ja Zeit, also sind wir eben sehr langsam unserem Ziel entgegen.
Wir haben unterwegs auch ein neues Wort erfunden. Die „Bullenbremse“. Das setzt sich aus dem „Bullenstander“ und der „Baumbremse“ zusammen, da man immer wieder das Wort Bullenstander verwendet, wenn man eigentlich unsere Baumbremse meint (denn die haben wir tatsächlich installiert). Wer weder „Bullenstander“ noch „Baumbremse“ kennt, einfach mal googlen.
Der Jahreszeit entsprechend war die Nacht sehr kalt und dunkel. Bis auf eine Situation (wir vermuten abgelenkter Lotse auf einem Frachtschiff) waren unsere Begegnungen mit der reichlich vorhandenen Berufsschiffahrt entspannt. So gab es immer wieder kurze Dös- und Schlafpausen, insbesondere da wir uns zu dritt gut abwechseln konnten. So richtig lange hat es aber keiner von uns unter Deck zum Schlafen ausgehalten. Dafür war dann doch zuviel los und wir waren ja auch alle etwas aufgeregt.
Mit dem Sonnenaufgang und nach dem ersten Kaffee kam auch die Vorfreude auf die Ankunft auf. Auch wenn die Fahrt sehr angenehm und ruhig war, die optionale Weiterfahrt bis zum übernächsten Hafen, auf die hatte dann doch keiner mehr Lust.
So sind wir nach 26 Stunden so um die Mittagszeit in Dünkirchen angekommen, haben uns noch irgendwie über den Tag gerettet um dann alle sehr früh ins Bett zu fallen.





Übrigens: Wir haben somit einige Vorteile einer Nachtfahrt erkennen können;-)
– Man sieht nicht, wie schlecht die Segel getrimmt sind
– Die Segel leiden nicht unter UV-Licht
– Man schläft die nächste Nacht im Hafen unheimlich gut

