Freitag, 22. Mai
Ähnlich wie vor 3 Jahren wollen wir wieder von Fecamp aus die 80 Seemeilen direkt nach Cherbourg segeln. Damals sind wir am Abend aufgebrochen und in die Nacht gesegelt, heute empfehlen Wetter und Gezeiten einen Start am frühen Morgen. Ebenfalls wie vor 3 Jahren brechen wir gemeinsam mit einem anderen Schiff auf, KARL fährt ebenfalls los.
Wir hatten schon am Abend vorher möglichst viele Vorbereitungen getroffen, dennoch klingelt der Wecker um 4:00 Uhr und um 5:00 Uhr legen wir wie geplant ab. Es ist noch dunkel, aber kaum aus dem Hafen beginnt die Dämmerung. Es ist eine faszinierende Stimmung so früh, es ist warm und der Segelwind kommt perfekt. Dazu nahezu keine Welle. Wir erleben den Sonnenaufgang und gleiten mit 5 bis 6 Knoten unserem Ziel entgegen.
Wie erwartet nimmt der Wind später ab. Wir setzten zum ersten mal in diesem Jahr den Genaker, unser großes Schwachwindsegel. Das ist immer einiges an Arbeit insbesondere auf dem Vordeck. Deshalb machen wir das nur bei ruhiger See, aber die haben wir heute. Kaum oben, sind wir gleich wieder einen ganzen Knoten schneller.
Irgendwann erreicht uns ein Funkspruch von Silke und Hans, KARL wurde ein Weile von einer Gruppe von Delphinen begleitet. Obwohl die beiden den Delphinen gesagt haben, dass MARIANA nur einige Meilen weiter vorne ist, haben wir vergeblich nach ihnen Ausschau gehalten 🙁
Es ist mittlerweile auch richtig warm geworden (Stichwort „Kurze Hosen und T-Shirt“). Wie erwartet nimmt der Wind weiter ab, aber dank unserem Genaker kommen wir noch lange ohne Motor voran. Etwa 20 Meilen vor Cherbourg, mit dem „termingerechten“ Erreichen der Stromschnellen am Kap Barfleur, müssen wir aber doch die Segel einholen und mit Motor fahren. Der Strom schiebt uns zeitweise mit 3 Knoten, so dass am Ende der Fahrt nur gut 3 Motorstunden zusammenkommen.
Mittlerweile wird die Müdigkeit doch immer deutlicher spürbar, aber die Fahrt in den Hafen zieht sich. Alleine von der äußeren Hafenmole bis in den inneren Hafen brauchen wir noch 30 Minuten.
Angekommen in der Marina finden wir den Besuchersteg voll besetzt vor. Wir fahren langsam in die Boxengasse und finden noch genau einen freien Platz, an den wir anlegen. KARL kommt kurz nach uns und findet auf der anderen Seite des Steges ebenfalls noch den letzen freien Platz. Später lernen wir, dass in England durch einen Feiertag ein langes Wochenende ist, und allein 5 verschiedene Clubregatten aus England im Hafen liegen.
Das Anlegerbier nehmen wir noch zusammen mit der KARL Crew, dann geht es endlich ins Bett. Ein langer aber toller Segeltag ist zu Ende.



Beeindruckende Bilder!
Vielen Dank, Stefan 🙂
Lass mich wissen, wenn Ihr wieder auf Reisen geht
Gut gemacht!
…..und der Sonnenaufgang