26. September 2026
Noch zwei Tage werden wir unterwegs sein. Unser heutiges Ziel ist der Marker Wadden, eine künstlich erzeugte Insel im Marker Meer und gleichzeitig Naturschutzgebiet und Brut- und Rastgebiet für viele Vogelarten. Hier haben wir schon einige Male letzte Reisetage und -nächte verbracht. Die Ruhe und Schönheit dieser Insel ist für uns ein wunderbarer Ort zum Entschleunigen und Innehalten, schauen, fühlen, genießen.
Nur widerwillig werfen wir am Morgen die Leinen im Sixhaven los, außerhalb der Saison hat es uns hier richtig gut gefallen, auch weil der Hafen trotz der Nähe der großen Stadt mit ihrer Lebendigkeit sehr ruhig liegt. Wir machen uns unter Motor auf dem Weg zur Oranjeschleuse, müssen uns bis zur Schleusung noch ein paar Minuten am Wartesteg gedulden, kein Thema. Das ist die vorletzte Schleuse und Brücke auf dem Weg nach Lelystad. Die Schleusung geht dann schnell und problemlos, leider aber genau zu dem Zeitpunkt, zu dem die einige hunderte Meter entfernte Schellingwouderbrug gerade wieder die Lücke schließt, durch die unsere Mast passten würde. Na gut, dann lassen wir uns eben davor einige Minuten treiben, bis sie wieder öffnet, was sie nach unseren Informationen alle 20 Minuten tut. Aber die nächsten 20, 40 und dann schließlich fast 60 Minuten vergehen, bis die Signale wieder auf rot-grün schalten. Auch ein anderes deutsches Segelboot dreht irritiert mit uns vor der Brücke seine runden. Inzwischen hat Tom nach einer sehr tiefgehenden Recherche im Internet herausgefunden, dass sie nach dem 14. September nur noch zu jeder vollen Stunde öffnet. Na toll.
Mittlerweile tummeln sich noch viele weitere Boote aus den letzten Schleusungen im Wartebereich, aber wir kommen schnell durch, als die Brücke sich dann endlich öffnet. Nach der Brücke kommt erst noch über einige Meilen ein enges Fahrwasser, dass sich die vielen Sportboote und Berufsschifffahrt zum Teil teilen. Der Wind ist böig und kommt leider direkt von vorne, sodass wir im Fahrwasser nicht segeln können. Also müssen wir ziemlich aufpassen und gut nach eventuellen Begegnern Ausschau halten, denn da wir unter Motor sind, müssen wir in den meisten Fällen ausweichen.
Bonjour Niederlande, wir sind wieder in engen und sehr belebten Revieren unterwegs. Daran müssen wir uns jetzt erst wieder gewöhnen. Nach einiger Zeit ist es nach Osten hin breit genug, um aufzukreuzen und noch ein bisschen später dreht der Wind ein bisschen zu unseren Gunsten und wir können fast einen Anliegerkurs zum Marken Wadden segeln.



Es wird noch ein ungewohnt kühler, aber entspannter Segeltag, bis wir schließlich um 19:30 Uhr am Marker Wadden den Anker werfen und noch einen wunderschönen Sonnenuntergang und den über der Insel aufgehenden Vollmond genießen dürfen..




27. September 2026


Noch einen Tag wollen wir hier am Marker Wadden bleiben. Wir haben Glück und bekommen nochmal richtig schönes Spätsommerwetter. Die Atmosphäre ist jetzt ganz anders als im Frühjahr zur Brutzeit. Nur wenige Vögel sind noch auf der Insel sichtbar und hörbar, es ist ungewohnt still, aber auch sehr friedlich.
Der Sonntag vergeht gemütlich mit ausschlafen, Blog- und Bilderbearbeitung, Pausen im Cockpit sowie einem entspannten Spaziergang auf der Insel. Uns fällt allerdings auf, dass wohl auch hier viel zu wenig Regen gefallen ist, der Wasserstand scheint ein gutes Stück niedriger zu sein als sonst.










Morgen, am Montag, geht es dann endgültig zurück zum Heimathafen, in die Dekomarina.



