15. bis 17.07.2026 Wir sind im „Bummelmodus“ und uns zieht es nochmal nach Sainte-Marine. Einerseits wollen nicht mehr in Loctudy bleiben, da wir die Arbeiten am Rumpf wegen der Wetterlage nicht machen können und bei sehr ausgeprägten Niedrigwasser und Hitze anscheinend Faulgase entstehen, die sehr unangenehm in die Nase steigen. Zudem hat die Marina selbst auch nicht viel Charme. Andererseits wird bei den für die nächsten beiden Tage angesagten Gewittern ein sicherer Hafen benötigt. Die Flussatmosphäre in Sainte-Marine hat uns gut gefallen, die Marina hat eine gute Infrastruktur und in der Nähe sind schöne Strände.

Gefühlt sind wir jetzt an einem Wendepunkt, wir planen die letzten Tage in der Südbretagne, vielleicht machen wir noch ein Ausflug zur Île de Groix und nach Lorient? Der Blick richtet sich jetzt auf eine langsame Rückreise.
Diesmal werden wir vom Hafenmeister ins Päckchen an ein anderes Boot am Gästesteg gelegt. Für uns nicht ganz nachvollziehbar, denn es sind noch Boxen frei…aber wir nehmen es wie es kommt…wir liegen gefühlt mitten im Fluss, aber sicher an einem Steg vertäut und sind dieses Mal besonders fasziniert von dem Naturschauspiel, dass durch die Gezeitenströmung im Fluss stattfindet. Bei unserem Aufenthalt hier haben wir einen hohen Gezeitenkoeffizienten, das heißt, einen stark ausgeprägten Tidenhub, bei dem das Wasser bei Flut extrem hoch steigt und bei Ebbe sehr weit zurückweicht. Davon wird natürlich auch die Strömungsgeschwindigkeit beeinflusst…Der Odet, den wir beim ersten Besuch als ruhiges und fast etwas träges Gewässer erlebt haben, wird zum wilden und turbulenten Flusslauf. Wie sehen Overfalls, Strudel und gegenläufige Strömungen, die wir bisher meist nur in den „Races“ beobachten konnten, wir sitzen in unserem Cockpit auf der Mariana gleichzeitig im sicheren Hafen und mitten im Geschehen und können uns fast nicht sattsehen.
Gleichzeitig wird uns sehr deutlich vor Augen geführt, dass man unter solchen Bedingungen sehr bewusst alle Manöver planen muss und Schwimmen im Fluss nicht angeraten ist. Wir hören auf einmal lautes Rufen und stellen fest, dass eine junge Frau ganz in unserer Nähe in Not geraten war. Sie war bei einem wegen der starken Strömung misslungenen Anlegemanöver über Bord gefallen und konnte sich gerade noch so am Steg festhalten. Durch die starke Strömung war es ihr nicht möglich, sich auf den hohen Steg zu ziehen und sie hätte wegen dieser auch nicht an die nächste Rettungsleiter schwimmen können. Glücklicherweise hatten mehrere Personen den Sturz bemerkt und auch Tom kam noch rechtzeitig zum Helfen dazu. Mit der vereinten Kraft von drei Menschen konnte die Frau zu Erleichterung aller weitgehend unverletzt aus dem Wasser gezogen werden.
Die Filmstücke wurden mit der Canon DSLR Kamera aufgenommen, wegen des starken Windes und der Bewegungen des Bootes war es leider schwierig, diese ganz ruhig zu halten. An Neigung der Boje kann man besonders gut die Stärke der Strömung beobachten.
