21. September 2026 Ein langer Schlag nach Scheveningen

Von Belgien aus wollen wir möglichst in einem Schlag bis nach Scheveningen, um die sehr umständlich zu erreichenden Häfen von Zeeland zu überspringen. So liegen von Zeebrugge aus etwa 65 Seemeilen vor uns. Bei 5 Knoten Geschwindigkeit bedeutet das 13 Stunden Fahrt. Das ist ziemlich genau die Zeitspanne in der hier derzeit noch Tageslicht ist.

Als starten wir früh am Morgen, um 6:45 Uhr legen wir ab und um 7:00 Uhr verlassen wir den Hafen, als gerade die Sonne am Horizont zu erahnen ist.

Wir können für unseren Kurs sofort die Segel setzen und es geht tatsächlich mit den geforderten Mindestgeschwindigkeit in Richtung Ziel. Während uns im Hafengebiet von der Hafenüberwachung per Funk mitgeteilt wurde, wann und wo wir fahren können, queren wir schon nach einer Stunde die erste „Riesenschiffautobahn“. Anders kann man diese Fahrwasser kaum nennen, hier fahren die Seeschiffe mit voller Geschwindigkeit zwischen den vielen großen Nordseehäfen und den Ozeanen. Da sind wir froh, diese mit Tageslicht und AIS queren zu können. Wir machen nur einen kleinen Schlenker, dann sind wir erst mal durch.

Weiter geht es über eine Sandbank. Laut Karte und nautischer Literatur kein Problem, aber dennoch beobachten wir das Wellenbild und den Tiefenmesser doch besonders aufmerksam.

Der Wind und der Kurs passen gut, wir werden immer schneller, ohne dass es unangenehm wird.
Wir zischen 🙂

Noch ein paar von den „Riesenschiffsautobahnen“ und einige Stunden später kippt der Strom, wir werden entsprechend langsam. Aber immer noch im Zeitplan! Die letzte Herausforderung ist dann noch das Hoek von Holland zu passieren:

Vor der Küste von Hoek van Holland und der Mündung des Rotterdamer Hafens (Maasmond) mündet die tiefste Rinne der Nordsee, die Euro-Maasgeul, direkt in das vorgelagerte Nordsee-Verkehrstrennungsgebiet (VTG). Der Euro-Maasgeul ist eine rund 57 Kilometer lange und bis zu 26 Meter tief ausgebaggerte Fahrrinne für Großschiffe und Tanker, die hier vor der Küste in kurzen Abständen die Hafeneinfahrt von Rotterdam passieren – und wir müssen mitten hindurch.

Es klappt aber alles gut und schließlich erreichen wir gerade noch im Hellen den Hafen von Scheveningen. Wir werden vom Hafenmeister empfangen, es ist auch in diesem Hafen schon deutlich Nachsaison. Wir essen noch vom vorbereiteten Salat, dann fallen wir müde ins Bett.

22. September 2026 Ein kurzer Schlag nach Ijmuiden

Wir würden gerne einen Tag in Scheveningen bleiben, aber die Wettervorhersage sagt, entweder gleich weiter oder viele Tage warten. Also fahren wir gleich am nächsten Tag weiter. Zum Glück empfiehlt die Tide eine Abfahrtszeit um 12:00 Uhr, da können wir morgens noch ein paar Dinge erledigen. Z. B. Einkaufen.

Die Fahrt dauert dank der mitschiebenden Tide nur rund 5 Stunden. Aber alles mit Motor. Das ist eintönig, aber gehört eben auch dazu. Immerhin sehen wir kurz vor der Hafeneinfahrt dank des ruhigen Wassers richtig viele Schweinswale, die Delphine der Nordsee. Und in der Hafeneinfahrt, kurz vor der Marina, sagt uns auch endlich mal ein Seehund „Hallo“.

Angekommen in der Marina Ijmuiden, gehen wir in eines der nahegelegenen Strandrestaurants. Denn schließlich sind wir schon mehr als 24 Stunden in den Niederlanden, und es gab noch keinen Kibbeling.

Auch heute geht es früh ins Bett, und morgen dann durch den Ij-Kanal weiter nach Amsterdam.

Zeebrugge – Scheveningen – Ijmuiden