
Wir haben abgelegt. Ganz gemütlich um 12:00 dank einer (tatsächlich eingetroffenen) Wettervorhersage, die uns erst für den Nachmittag den richtigen Wind angekündigt hatte. Und so konnten wir bei sehr angenehmen Bedingungen unter Segeln bis zur Brücke vor Amsterdam fahren.
Unwillkürlich gingen die Gedanken auch zurück zum Start unserer ersten großen Segelreise, vor genau 10 Jahren in die Ostsee. Viel hat sich verändert seitdem. Klar, wir sind sehr viel sicherer im Umgang mit unserem Boot geworden, vielleicht aber auch ein bißchen weniger wagemutig (Naja, das werden wir demnächst wohl überprüfen). Aber auch die Ansprüche sind gestiegen. Wir haben seither jede Menge Komfort-Erweiterungen auf dem Schiff installiert, und unsere Packlisten waren diesmal einiges länger als damals. Und wir sind 10 Jahre älter geworden 😉 Was gleich geblieben ist: Die Freude, mit dem Schiff auf eine große Reise zu gehen!
So vergeht die Fahrt (für Profis: Ein Anliegerkurs) ohne Action und mit viel Zeit zum üben. Heike macht ihre ersten Aufnahmen mit der neuen GoPro, die neuen Winschen werden ausprobiert, die Navigationselektronik wird justiert.

Wobei leider unsere Logge (der Geschwindigkeitssensor der ein kleines Schaufelrad unter dem Schiff hat) heute doch nicht richtig funktionierte. Die hatten wir gestern noch „gezogen“ und von einer Familie von kleinen Süßwassergarnelen befreit. Vermutlich war aber der Rest der Familie nur kurz zur Seite geschwommen und dann schnell wieder rein in die Ritzen. Mal schauen wie wir das in Ordnung bringen.
Vor der Brücke bei Amsterdam mussten wir kurz warten, dann noch durch die Schleuse und wir waren auf dem Ij-Kanal, der Wasserstraße durch Amsterdam und die Verbindung zur Nordsee.
Für unseren Aufenthalt in Amsterdam war es Heike‘s Wunsch, endlich mal in den Sixhaven zu kommen. Der gilt als legendär eng und übervoll. Aber heute, in der Vorsaison, begrüßt uns der Hafen mit ausreichend freien Liegeplätzen und mit intensivem, authentischem Amsterdamer Duft;-)

