19. /20. Juni 2026 Von Morgat wollen wir weiter nach Douarnenez, eine Hafenstadt im Südosten der gleichnamigen Bucht. Das ist nur ein kurzer Schlag von ca. 10 Meilen. Da wir uns also eigentlich Zeit lassen können, wollen wir zuerst in einer nahegelegen Bucht noch einen Ankerstop einlegen und dort frühstücken. Die Bucht bzw. der Spot liegt bei der l’île Vierge, ca. 2 Seemeilen vom Hafen entfernt. Leider können wir uns aber die Abfahrtszeit nur bedingt aussuchen, weil wir nur bei Hochwasser wieder aus dem Hafen herausfahren können. So lautet die Abfahrtszeit 10 Uhr, das wiederum ist leider nicht die passende Uhrzeit, um die l’île Vierge in ihrer vollen Schönheit, mit weißem Sandstrand und mediterranem Flair, genießen zu können. Bei unserer Ankunft dort ist der pittoreske Teil der Bucht zum großen Teil von Wasser bedeckt und der Himmel ist noch grau bewölkt (aber es ist weiterhin sommerlich warm).
Daher beschließen wir, in der Bucht nebenan am Plage Saint-Hernot zu ankern und zu frühstücken und das Dingi kommt auch nicht mehr zum Einsatz.


Dafür wir es ein schöner, wenn auch kurzer, Segeltag nach Douarnenez. Der Wind ist nicht sehr stark und wir gleiten gemütlich über das fast glatte Wasser, nur ein leichter Schwell vom Atlantik ist zu spüren. Mit der Annäherung an Douarnenez dreht der Wind und kommt immer mehr achterlich, mittlerweile ist auch die Sonne herausgekommen. Vom Atlantik her kommen in großen Anständen die letzten Teilnehmer des Mini Fastnet Race herangesegelt, alle habe ihre größten Segel ausgepackt, um den schwachen Wind noch bestmöglich zu nutzen.


Wir versuchen es noch eine Weile mit dem Schmetterling (Großsegel auf der einen, Vorsegel auf der anderen Seite), aber irgendwann landen wir bei 0,8 Knoten Fahrt durchs Wasser und stellen auf Motor um, jetzt haben wir es auch nicht mehr weit bis zur Hafeneinfahrt.
Wir haben mittlerweile auch schon eine nette Nachricht von der Karl-Crew bekommen, die schon einen Tag vor uns angekommen sind und uns einladen, bei ihnen ins Päckchen zu gehen, da der Besuchersteg der Marina in Treboul schon gut besucht ist, das machen wir dann auch sehr gerne. Wir haben so einen Logenplatz direkt gegenüber der Ile Tristan, einen tollen Blick auf die Stadt und die Hafeneinfahrt und da der Wind nicht sehr stark ist und zudem aus südwestlichen Richtungen kommt, liegen wir hier auch sehr ruhig.




Es ist immer wieder eine große Faszination, den Einfluss der Gezeiten zu beobachten. Der Landzugang zur Île Tristan ist nur bei Ebbe möglich und die Felsformationen zwischen dem Festland und der Insel sind sehr markant, aber bei Hochwasser kaum noch zu sehen.

Silke und Hans haben noch eine schöne Idee für das Abendprogramm, in der Stadt sind Plakate für eine „Sardine Party“ angeschlagen.

Der Weg dorthin bietet immer wieder sehr pittoreske Durchblicke und führt uns über die Passerelle Jean Marin ein längeres Stück auf dem Quai du Port Rhu zum Atelier Treizour, dem Veranstalter des Festes.




Das Fest ist durch einen Verein ausgerichtet und ist, als wir dort ankommen, schon gut besucht. Es gibt Live-Musik, lokales Bier (PENN SARDIN) und man kann für 10 Euro einen Teller mit etwas Salat, zwei Scheiben wohl selbstgebackenem Landbrot mit Knoblauchbutter und Kräutern und einigen gegrillten Sardinen erstehen.


Wir haben den Eindruck. dass viele Menschen hier ehrenamtlich und mit viel Elan und Freundlichkeit mitwirken, um das Fest möglich zu machen. Etwas Geduld beim Anstehen ist erforderlich, aber dann genießen wir ein sehr leckeres Essen in einer entspannten und fast schon familiären Atmosphäre. Wir fühlen uns hier selbstverständlich willkommen und integriert, kommen auch leicht ins Gespräch mit anderen Gästen und sind sehr froh, den Weg hierher gefunden zu haben. Eine kleine Besonderheit noch, es gibt nur echtes Porzellan und Besteck, kein Einweggeschirr, und die spezielle Besonderheit ist, dass jede/r seins am Ende selbst spülen muss. Wäre in Deutschland undenkbar, wir finden es toll.
Am nächsten Tag steht zunächst ein Besuch auf dem kleinen aber feinen Markt in Treboul auf dem Programm. Nach einer Pause auf dem Boot ziehen wir dann los, um die Altstadt zu erkunden.


















Wir sind am Abend mit Silke und Hans im A Fleur d’Eau zu Essen verabredet und genießen gemeinsam ein fröhliches und leckeres Abendessen. Am Quai du Grand Port bekommen wir zum Abschluss dieses wunderschönen Sommertages noch Kostproben vom Fête de la Musique , das in ganz Frankreich und weiteren Ländern am 21. Juni gefeiert wird und bei dem Amateur- und Berufsmusiker im öffentlichen Raum honorarfrei auftreten. Im Video sieht man die „Voisines“, „ein Chor von etwa zwanzig jungen Frauen aus Douarnenez, die die Kais und Plätze mit der Wiederaufführung madagassischer, jiddischer und kretischer Klassiker in ein wahres Feuerwerk der Gefühle versetzten… “ (Zitat der Facebook-Seite). Wir fanden sie in der Tat sehr mitreißend und faszinierend.


Am Sonntag geht es weiter, das Wetterfenster passt, um durch das Raz de Sein zu gehen und nach Audierne weiterzufahren, das wollen wir nutzen. Douarnenez hat uns sehr gut gefallen und wir haben bisher nur einen kleinen Teil davon gesehen, daher hoffen wir, dass wir auf dem Rückweg nochmal etwas Zeit hier verbringen können.





