17.09.2026 Wir sind gleich drei Tage hintereinander weitergefahren und jetzt in Belgien, in Zeebrugge. Für die nächsten Tage ist erstmal wieder zuviel Wind angesagt, also haben wir voraussichtlich bis Sonntag oder Montag Hafentage hier. Die drei Marinas hier in einem der inneren Hafenbecken liegen zwar nicht sehr idyllisch, aber der Yachthafen BZYC, den wir uns ausgesucht haben, ist modern ausgestattet, liegt ruhig und geschützt und hat sehr komfortable Sanitäranlagen. Die Abfahrt von ist hier gezeitenunabhängig möglich und ggf. auch im Dunkeln für uns gut machbar.
Wir wollen von hier aus direkt nach Scheveningen springen. Die Schelden in Zeeland sind zwar auch wunderschön, aber um dort in einen Hafen zu gehen, müssten wir zeitraubend kurvigen Fahrwassern folgen und durch Schleusen gehen, zudem muss dann die Gezeit bei der Ankunftszeit genau passen, damit es vor Ort nicht zu flach für uns ist….daher werden wir wohl Zeeland auf der Weiterreise rechts liegen lassen und warten jetzt auf ein geeignetes Wetterfenster, um die lange Etappe nach Scheveningen anzugehen, Wind und Welle sollten dann möglichst einigermaßen für ca. 70 Seemeilen passen.
Jetzt heißt es also erstmal wieder abwettern. Es wird uns aber vermutlich nicht langweilig werden. Bilder, Filme und Beiträge für den Blog wollen bearbeitet werden. Brügge ist nicht weit und auch wenn wir das wunderschöne Städtchen schon vor drei Jahren besichtigt haben, wäre es einen weiteren Besuch durchaus wert. Außerdem wollen wir voraussichtlich mal eine Fahrt mit der Küstentram machen. Die Kusttram in Belgien ist die längste Straßenbahnlinie der Welt und verläuft über rund 67 Kilometer an der gesamten flämischen Nordseeküste. Sie verbindet De Panne an der französischen Grenze mit Knokke-Heist an der niederländischen Grenze.
Darüber hinaus könnte MARIANA dringend mal wieder eine Behandlung mit Schrubber und viel Wasser gebrauchen. Wegen der Wasserknappheit hatten wir seit der Bretagne in den französischen Häfen auf eine ausgiebige Reinigung verzichtet. Und innen drin gibt es sowieso immer irgend etwas zum Aufräumen. 😉
Nebenbei – natürlich – immer die Wetter-Apps im Auge behalten, um ein günstiges Wetterfenster nicht zu verpassen.
Erster Sprung – 14. September 2026 Boulogne-sur-Mer nach Dünkirchen
In Boulogne-sur-Mer bleiben wir drei Tage. Denn der lange und anstrengende Schlag von Dieppe hierher steckt uns noch in den erkältungsgeschwächten Knochen. Und soooo gut war die Wettervorhersage für den nächsten Tag auch nicht.
Die Abfahrt ist dank der Gezeiten zu einer sehr angenehmen Zeit, wir fahren sogar etwas früher als nötig los. Im Gegenstrom entsprechend langsam, aber bei dem schwachen Wind ist die Welle akzeptabel und wir machen schon mal ein paar Meilen in Richtung Dünkirchen gut. Als der Strom kippt, werden wir wieder mal schnell um das Cap Gris Nez getrieben, leider ist der Wind aber dadurch noch schwächer und wir müssen den Motor zuschalten. Vorbei an Calais und der scheinbar endlosen Kette von England-Fähren, die hier kreuzen, geht es weiter in Richtung Dünkirchen. Da können wir gegen Ende der Strecke sogar noch mal richtig schön segeln.
Wir gehen wieder in die gleiche Marina in Dünkirchen, die wir schon auf der Hinfahrt aufgesucht hatten. Nur ist es diesmal voll, und der Hafenmeister schon im Feierabend. Wir erhalten aber von einem anderen Boot den Tipp, das es im Hafen Liegeplätze gibt, die mit einem grünen Schild als frei für Gastlieger markiert sind. Leider finden wir erst mal auch innen im Hafen keinen solchen Platz. Ganz am Ende einer engen Boxengasse machen wir fest, um dann zu merken, dass wir hier nicht bleiben können. Zu Fuß laufen wir durch den Hafen und finden tatsächlich eine eigentlich sehr günstig gelegene freie Box. Also ablegen und hinfahren. Eigentlich alles ganz einfach, aber der Hafen ist wirklich sehr eng. Da hat die Steuerfrau wieder mal Nerven bewiesen.
Da wir Dünkirchen schon kennen und auch keinen Code für die Zugangstore haben, bleiben wir an Bord. Müde sind wir sowieso und morgen geht es ja schon weiter…







Zweiter Sprung – 15. September 2026 Dünkirchen nach Ostende
Hier lassen wir einfach die Bilder sprechen…









Dritter Sprung – 16. September 2026 Ostende nach Zeebrugge
Da wir erst am Nachmittag losfahren wollen, bleibt morgens noch Zeit für Einkäufe und einen (nicht besonders leckeren) Snack an einer der zahlreichen Fischbuden im Hafen. Dann machen wir uns bereit zum Ablegen. Der Wind ist weniger als erwartet und wieder mal fast von hinten, die Wellen sind um die 2m von der Seite, was MARIANA mit fröhlichem Geschaukel quittiert. Aber die Sonne scheint immer wieder, so dass die Stimmung an Bord recht gut ist. Und immerhin geht es auch dank Gezeitenstrom mit 4-5 Knoten in Richtung Ziel.
Nach der Hälfte der Strecke, der Wind kommt mittlerweile immer seitlicher, beschließen wir das Großsegel zu setzen. Bei dem Geschaukel immer eine etwas unangenehme Arbeit, aber klappt super. Und schon sind wie wieder einen ganzen Knoten schneller:-)
Vor der Hafeneinfahrt nach Zeebrugge wird es noch mal spannend. Erst die Segel bei der vielen Welle und dem mittlerweile dann doch auffrischenden Wind einholen, zwei Fischerbooten ausweichen, die vor dem Hafen kreuz und quer mit ihren Netzen fahren (und auf eine Funkansprache nicht reagieren), schließlich von der Hafenkontrolle aufgefordert werden, noch nicht in den Hafen zu fahren, statt dessen von einer riesigen Fähre geschnitten werden…
Ok, irgendwann kommt dann das o.k. von der Port Control und wir können in den Hafen einfahren. Sofort wird es ruhiger, und wir motoren die fast 2 Seemeilen bis zur Marina. Da ist viel Platz, und wir suchen uns einen Wind- und anlegetechnisch angenehmen Liegeplatz aus. Leider klappt der erste Anlauf wegen des starken Seitenwindes nicht, Heike dreht ab um einen neuen Anlauf zu nehmen. Da sind wir aber schon fast an des Ende der Boxengasse abgetrieben. Nun kommt Heikes Spezialdisziplin „Wenden auf engsten Raum“. Während Tom schon überlegt, ob wir uns eventuell an das Stegende treiben lassen können, dreht Heike die MARIANA gegen den Wind in einer eher schmalen Boxengasse. Das Anlegen ist danach quasi nicht mehr erwähnenswert.
Wir sind geschafft, aber gut angekommen. Nun hoffen wir auf einen ruhigen Liegeplatz, auf dem wir das nächste Tief bei deutlich weniger Geschaukel als in Oostende abwarten können.

