Dienstag 25. Mai und Mittwoch 26. Mai

Von Cherbourg starten wir um 7 Uhr Richtung Guernsey, eine halbe Stunde nach Karl, der jetzt schon ein ganzes Stück vor uns eine lange Reihe von Booten anführt, darunter sehr viele Engländer. Bei sehr wenig Wind versuchen wir zwei Mal für eine kurze Weile zu segeln, motoren aber doch größtenteils durch das Alderney Race, das sich wegen der Nipptide diesmal sehr harmlos zeigt. Trotzdem sind die trotz des schwachen Windes strudeligen und quirligen Strömungen und Oberflächenstrukturen im Race immer wieder faszinierend und wir schaffen wir es zeitweise auf 12 Knoten über Grund.

Aufbruch in Cherbourg

Guernsey erreichen wir gerade zu der Zeit, als der Strom kippt. Der Wartesteg und die Marina sind dort auch schon sehr belebt, aber das Hafenpersonal ist sehr engagiert und freundlich und weist uns schnell einen Platz an den Außenstegen an. Von dort aus hat man einen schönen Blick auf die Stadt, es ist aber zeitweise recht schaukelig und man hat keinen Stromanschluss. Wir kommen am frühen Nachmittag an und haben noch Zeit für einen kleinen Stadtbummel durch das aktuell vorsaisonbedingt noch sehr ruhige St. Peter Port, mit Einkehrschwung in einem netten Terassenrestaurant mit Blick auf den Hafen. Von hier aus haben wir einen Logenplatz für das spektakuläre Einparkmanöver von acht großen holländischen Motoryachten am hintersten Längssteg der Victoria-Marina.

Guernsey….der Herr saß da schon vor 3 Jahren…

Abendessen gibt es heute an Bord, allerdings werden wir währenddessen immer nervöser, weil die Hafenmeisterin einem Boot nach dem anderen einen Platz an unserem Stegbereich zuweist und wir befürchten, am nächsten Morgen nicht genug Platz zum rausfahren zu haben. Also parken wir kurzerhand noch schnell um und legen uns mit Karl ins Päckchen, der ebenso wie wir am nächsten Morgen sehr früh Richtung Bretagne starten will. Nach dem Umlegen gibt es einen Sundowner mit der Karl-Crew.

Die Abfahrtzeit am nächsten Morgen ist 5:00 Uhr Ortszeit. Also den Wecker wieder mal auf urlaubstypische 04:00 Uhr gestellt;-) Mit uns verlässt fast die Hälfte der Schiffe den Hafen, um sich in verschiedenste Richtungen auf den Weg zu machen.

Wir motoren etwa eine Stunde zunächst entlang der Insel, dann hinaus aufs offene Meer und erleben auf dem flachen, windstillen Wasser wieder einen wunderschönen Sonnenaufgang.

Dann kommt wie vorhergesagt etwas Wind auf, und wir können den Motor abstellen. Diesmal entscheiden wir uns den Genni gleich zu setzen, und werden bei sonnigem Wetter und wenig Wind mit einer zügigen Fahrt belohnt.

Plötzlich sichtet Heike Delphine in der Nähe. Und siehe da, sie kommen zu uns rüber, springen und tauchen um MARIANA. Ein ganze Schule, ein faszinierender Anblick. Nach ein paar Minuten wird es den Tieren aber doch zu langweilig (wir fahren nur 5 Knoten) und sie ziehen weiter…

Etwas später erhalten wir einen Funkspruch von KARL. Die beiden haben sich entschieden, direkt nach Roscoff zu fahren. Eine deutlich längere Strecke, aber eben auch deutlich mehr in Richtung Süd-Bretagne. Wir bleiben bei unserem Ziel Treguier, zum Einen weil wir gerade so gut in die Richtung vorankommen und nicht motoren müssen, zum Anderen weil Treguier sowas wie unser „Sehnsuchtsort“ von der letzten Bretagnetour ist.

Als wir den Kurs wie geplant mit dem Kippen der Tide ändern, müssen wir anluven und bergen unseren Genni. Dann geht es weiterhin mit guter Geschwindigkeit zur Ansteuerungstonne in den Fluß Jaudy, an dessen Ufer liegt 6 Meilen aufwärts die Marina von Treguier. Der Wind bleibt gut, und wir können sogar noch einige Meilen den Fluß hinauf segeln. Gleichzeitig wird es sommerlich warm („Ungewöhnliche Hitzewelle in der Bretagne“) und wir erleben wiedereinmal magische Momente.

Wir geben alles für den perfekten Segeltrimm

Nach dem Anlegen am Steg im Fluß genießen wir im Cockpit noch lange das verblüffend hochsommerliche Wetter bevor wir nach den beiden doch recht anstrengenden Tagen ins Bett fallen.

Noch ein paar Eindrücke von Guernsey…

2 Videos vom Alderney Race im Detail….das Wasser sollte bei so wenig Wind eigentlich fast spiegelglatt sein….stattdessen fällt es schwer, die Kamera still zu halten…
Von Cherbourg über Guernsey nach Treguier