18./19. Juli 2026

Nach der Ankernacht in den Glénans geht es nochmal weiter nach Süden und Osten. Es ist schönes Segeln, der Wind kommt anfangs schwach, aber so, dass wir noch mit Windkraft durch das Wasser gleiten können.

Später nimmt der Wind zu, und wir werden von den Wellen ziemlich durchgeschaukelt. So freuen wir uns, den Hafen der Insel „Port Tudy“ vor uns zu haben und fragen wie üblich über Funk nach einen Liegeplatz. Uns wird bestätigt, dass Platz ist, allerdings „nur“ an einer Boje. Aber das ist OK für uns, wir haben ja das Dinghi noch aufgeblasen auf dem Vordeck liegen. Man würde uns an der Hafeneinfahrt abholen.

Also bereiten wir eine Leine vor, mit der wir an der Boje festmachen können und fahren in den Hafen ein. Die Hafenmeisterin kommt mit dem Dinghi und dirigiert uns weiter nach vorn, und irgendwann verstehen wir, wo wir hinsollen. Keine eigene Boje, sondern „ins Päckchen“ mit 4 anderen Schiffen, die schon an der Boje liegen. Wir hätten also eine lange Vorleine und eine seeehr lange Heckleine für die vordere und hintere Boje vorbereiten sollen. Und Festmacherleinen an der vorderen und hinteren Klampe, um an das Nachbarschiff zu gehen. Und natürlich Fender.

Hatten wir aber alles nicht. Entsprechend peinlich war auch das ganze Anlegemanöver. Aber mit der allergrößten Ruhe und Geduld haben uns Bootsnachbarn und Hafenmeisterin geholfen, und schließlich lagen wir also als Boot Nr. 5 zwischen der weißen und der roten Boje.

Nachdem wir uns etwas beruhigt haben, können wir die besondere Stimmung dieses kleinen Hafens genießen. Es ist Samstag, es ist Hochsaison und das Wetter ist gut. Es ist sehr voll! (Für Hollandsegler: So wie in Terschelling). Ich rudere mit dem Dinghi zum Hafenbüro, danach essen wir an Bord zu Abend. Und können uns weiter an dem bunten lebhaften Treiben um uns herum erfreuen.

Mitten in der Nacht dreht dann der Wind. Unser Dinghi wird zum Prellbock mit dem Nachbarpäckchen. Erst rettet Heike unser „Karlchen“, dann später lege ich das Dinghi auch nochmal um. Die Wellen laufen nun direkt in die Hafeneinfahrt, es wird ziemlich unruhig auf der MARIANA, aber auch im ganzen Hafen.

Die Boote schwojen im Päckchen im Hafen herum, immer wieder schwingt eins der Boote gefährlich nah an das Heck von MARIANA heran, sodass Heike auch sicherheitshalber noch unsere Fahnenstange hereinholt, damit sie nicht vom Heckkorb des anderen Schiffes zerbröselt wird.

Am Morgen hüpft unser Heck so sehr auf und ab, dass ein Einsteigen ins Dinghi kaum möglich wäre, mal abgesehen von dem Risiko, zwischen den schwojenden Booten hindurch an Land zu fahren. Da die Vorhersage diesen Wind für die nächsten Tage ansagt, beschließen wir auf den Inselbesuch zu verzichten und den Hafen zu verlassen, sobald er gegen Mittag etwas nachgelassen hat.

Das mit den „Nachlassen des Windes“ hat nicht so gut funktioniert. Auf der Fahrt nach Lorient haben wir bis zu 30 Knoten Wind. Aber zum Glück sind es nur 5 Meilen, wir sind also bald wieder in einem deutlich ruhigeren Hafen.

Port Tudy / Île de Groix