19. bis 22. Juli 2026 Nachdem wir gestern eine überraschend windige und wellige Überfahrt von der Île de Groix hatten, liegen wir jetzt in der Bucht von Lorient im Hafen von Kernével. Eine riesige Marina, die genau gegenüber den weithin sichtbaren ehemaligen U-Boot Bunkern aus dem 2. Weltkrieg liegt. Und um diese Bunkeranlagen herum befindet sich „La Base“, das Zentrum des Hochsee Segelrennsports, wir können von unserem Liegeplatz aus schon einige spektakuläre Boote erkennen.


Also war klar, dass wir dorthin eine Ausflug machen. Mit den Fahrrädern brauchen wir nur eine gute Viertelstunde, um die Bucht zu umrunden, und schon sind wir mitten drin auf dem Gelände, auf dem modernen und riesigen Hallen direkt neben und an die alten Weltkriegsbunker gebaut wurden.






An den Hallen stehen die Namen der Teams bzw. deren Sponsoren, Namen die man von der Vendée Globe, dem Ocean Race und von anderen hochkarätigen Segelrennen kennt. Im Wasser liegen jede Menge Renngeräte. Viele Namen kommen uns bekannt vor, „war der nicht Sieger beim „Ocean Race“ oder „wow, das ist doch der schnellste Trimaran der Welt“.
Ganz hinten dann der Liegeplatz von drei nagelneuen Imoca Racern. Tatsächlich war hier erst vor zwei Tagen im Rahmen einer großen Veranstaltung die Schiffstaufe der Malizia 4. Und auf dem Weg dorthin läuft uns tatsächlich Boris Herrmann über den Weg, sehr eilig und beschäftigt und ganz offensichtlich nicht in Fan-Begegnungslaune. Schaaaaade, wir hätten ihm wirklich gerne mal die Hand geschüttelt.
Man kann „einfach so“ auf den Steg gehen, und sich die Boote von ganz nahe anschauen. Also gehen wir natürlich zur Malizia. Überall wird gewerkelt, und obwohl wir ja auch ein wenig Segelerfahrung haben, ist uns längst nicht bei allen Gerätschaften an den Schiffen klar, wofür die eigentlich gut sind. Jedenfalls ein beeindruckender Anblick, so von ganz nahe.




Während wir uns weiter auf dem Gelände umsehen, treffen wir noch zwei Crews, denen wir im Laufe unserer Reise in der Bretagne begegnet sind. Man freut sich und tauscht kurz die Erlebnisse aus, meist mit der Annahme, sich im Laufe der nächsten Wochen auch in einem Hafen wieder zu begegnen.
Als wir genug gesehen haben, fahren wir noch weiter zum Stadthafen von Lorient. Denn hier gibt es tatsächlich den einzigen Kran für Sportboote in dieser von Segelbooten aller Größen gefüllten Bucht. Wir müssen nämlich langsam mal unsere geplante Antifouling Erneuerung machen, und wollen deshalb hier nachfragen. Aber keiner da, leider wird hier Montags nicht gearbeitet…(wir haben auch am Dienstag nochmal dort vorbeigeschaut….aber da war immer noch keiner da…).
Also noch eine Runde durch die lebendige und freundliche, aber durch die Zerstörungen im Krieg wenig historische Innenstadt von Lorient, ein Eis, Einkaufen im Supermarkt und dann zurück zur MARIANA. War ein spannender Ausflug.


Tatsächlich bekommen wir die Malizia dann noch in Aktion zu sehen. Wenn die Imocas mit ihren hohen schwarzen Masten und den drei Rollreffanlagen ablegen, fällt das auch zwischen den anderen „normalen“ Masten sofort auf, und wir laufen von unserem Liegeplatz aus schnell auf den Stegen nach vorne zum offenen Wasser, um einen etwas besseren Blick zu haben. Das riesige schwarze Hauptsegel der Malizia wird hochgezogen und raus geht es auf den Atlantik. Kurze Zeit später ist sie neben der Île de Groix und dann auf dem AIS nicht mehr sichtbar…..


